Was auf dem Kassenbon steht: Abkürzungen und Zeilen erklärt
Kassenbon lesen leicht gemacht: Was Abkürzungen wie Stk, MWST, A/B, Rundung, TSE oder UID bedeuten und welche Zeilen du für Buchhaltung und Garantie wirklich brauchst.
Kurz gesagt: Ein Kassenbon besteht immer aus denselben Blöcken: Händlerkopf, Artikelzeilen, Summe, Zahlung und ein technischer Fuss. Die Abkürzungen darin sind weniger geheimnisvoll, als sie aussehen: "Stk" ist die Stückzahl, "MWST" oder "MwSt" die Mehrwertsteuer, "A" und "B" sind Steuerkürzel, "Rundung" ist die Bargeldrundung auf 5 Rappen und "TSE" ist die Sicherheitssignatur deutscher Kassen. Für Buchhaltung und Garantie zählen vor allem Händler, Datum, Betrag, Steuer und Artikelbezeichnung.
Kaum jemand liest einen Kassenbon ganz durch. Meistens schaust du auf den Betrag, steckst den Zettel ein und vergisst ihn. Erst wenn du den Bon für die Steuererklärung, die Spesenabrechnung oder eine Garantie brauchst, tauchen die Fragen auf: Was heisst das Kürzel hinter dem Preis? Warum steht da eine "Rundung"? Und was soll die lange Zahlenkolonne ganz unten?
Dieser Artikel geht einen typischen Kassenbon von oben nach unten durch und erklärt die häufigsten Abkürzungen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich. Am Ende weisst du, welche Zeilen du wirklich brauchst und welche du getrost ignorieren kannst.
Wie ist ein Kassenbon aufgebaut?
Fast jeder Kassenbon folgt demselben Schema, egal ob er vom Grossverteiler, aus dem Baumarkt oder vom Café kommt. Wenn du das Schema kennst, findest du jede Information in Sekunden.
- Kopf: Name des Händlers, Adresse, Filiale, oft die Unternehmens-Identifikationsnummer (UID) oder Steuernummer.
- Artikelzeilen: je Artikel eine Zeile mit Bezeichnung, Menge, Einzelpreis, Gesamtpreis und meist einem Steuerkürzel.
- Summenblock: Zwischensumme, Rabatte, Total.
- Zahlungsblock: Zahlungsart, gegebener Betrag, Rückgeld, bei Kartenzahlung ein Terminalbeleg.
- Steuerblock: Aufschlüsselung der Mehrwertsteuer nach Satz.
- Fuss: Bon-Nummer, Kassennummer, Datum, Uhrzeit, Kassierer-Kürzel, in Deutschland die TSE-Daten, oft ein QR-Code.
Ob ein Kassenbon rechtlich als Quittung oder als Rechnung gilt, hängt vom Inhalt ab. Was die Unterschiede sind, liest du in Kassenbon, Quittung, Rechnung: Was ist der Unterschied?.
Was bedeuten die Abkürzungen bei den Artikeln?
Die Artikelzeilen sind der Teil mit den meisten Kürzeln, weil der Platz auf dem schmalen Papier knapp ist. Die wichtigsten:
- Stk, St., Stück: Anzahl. "3 Stk x 2.50" bedeutet drei Stück zu je CHF 2.50.
- x: Multiplikation von Menge und Einzelpreis, zum Beispiel "0.842 kg x 12.90".
- kg, g, l, cl: Gewicht oder Volumen bei Waren, die gewogen oder abgefüllt werden.
- EP, VK, Einzelpreis: Preis pro Stück, im Gegensatz zum Zeilentotal.
- Aktion, Akt., Promo, Angebot: Der Artikel war reduziert, oft mit dem ursprünglichen Preis daneben.
- Rabatt, Rab., Disc.: Ein Abzug, entweder pro Artikel oder als eigene Zeile auf die Zwischensumme.
- Gutschein, Coupon, Bon: Ein eingelöster Gutschein, meist als negativer Betrag.
- Pfand, Depot: Flaschenpfand oder Depot für Mehrwegverpackungen. In der Schweiz seltener, in Deutschland und Österreich Standard.
- Storno, Korr.: Eine Position wurde an der Kasse gelöscht. Die Zeile bleibt sichtbar, der Betrag ist negativ.
- A, B, C oder 1, 2, 3 hinter dem Preis: Steuerkürzel. Sie sagen, welcher Mehrwertsteuersatz gilt (siehe nächster Abschnitt).
- Art.-Nr., EAN, PLU: Artikelnummern für das Kassensystem. Für dich ohne Bedeutung, ausser bei Reklamationen.
Manche Händler kürzen auch die Artikelbezeichnung radikal ab. "BIO MILCH VOLL 1L" ist noch verständlich, "KABEL USB-C 2M SW" schon eher ein Rätsel. Wenn du den Bon für eine Garantie brauchst, lohnt es sich, den Artikel sofort in einer Notiz zu benennen.
Was bedeuten die Steuerkürzel auf dem Kassenbon?
Das Kürzel hinter jedem Artikel ordnet ihn einem Mehrwertsteuersatz zu, und der Steuerblock rechnet pro Satz zusammen. Die Zuordnung der Buchstaben ist nicht gesetzlich fixiert, jeder Händler kann sie selbst wählen, deshalb steht die Legende meist im Steuerblock.
| Kürzel auf dem Bon | Typische Bedeutung | Wo üblich |
|---|---|---|
| MWST, MwSt, VAT, USt | Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer in DE/AT) | überall |
| A / B / C | Steuerkürzel je Satz, Legende im Steuerblock | DE, AT, CH |
| 8.1 %, 2.6 %, 3.8 % | Normalsatz, reduzierter Satz, Beherbergung | Schweiz |
| 19 % / 7 % | Normalsatz, ermässigter Satz | Deutschland |
| 20 % / 10 % / 13 % | Normalsatz, ermässigte Sätze | Österreich |
| Netto / Brutto | Betrag ohne / mit Mehrwertsteuer | überall |
| inkl. / exkl. | Steuer im Preis enthalten / nicht enthalten | überall |
In der Schweiz gelten seit 2024 die Sätze 8.1 Prozent (Normalsatz), 2.6 Prozent (reduziert, etwa für Lebensmittel und Bücher) und 3.8 Prozent (Beherbergung). Wenn du selbst mehrwertsteuerpflichtig bist und die Vorsteuer geltend machen willst, muss der Bon bestimmte Angaben enthalten. Welche das sind, steht in MWST-konforme Belege: Was auf einer Quittung in der Schweiz stehen muss.
Was steht im Zahlungsblock?
Der Zahlungsblock zeigt, wie du bezahlt hast, und genau diese Zeile brauchst du, wenn du den Bon mit einem Kontoauszug abgleichen willst.
- Bar, Cash: Barzahlung. Darunter "Gegeben" (was du hingelegt hast) und "Rückgeld" oder "Retour".
- Rundung, Rdg.: In der Schweiz werden Barbeträge auf 5 Rappen gerundet. Ein Total von CHF 17.43 wird zu CHF 17.45, die Differenz erscheint als eigene Zeile. Bei Kartenzahlung entfällt die Rundung meist.
- EC, Maestro, Debit, V PAY, Girocard: Zahlung mit Debitkarte. "EC" ist der alte deutsche Begriff für Girocard.
- Kredit, VISA, MC, AMEX: Kreditkartenzahlung, oft mit den letzten vier Ziffern der Kartennummer.
- Kontaktlos, NFC, Tap: Die Karte oder das Handy wurde nur ans Terminal gehalten.
- TWINT: Bezahlung per Schweizer Handy-App, mit Transaktionsnummer.
- Trinkgeld, Tip: Bei Restaurants ein separat erfasstes Trinkgeld.
- Cashback: Bargeldbezug an der Kasse, der Betrag ist dann kein Einkauf.
- Genehmigt, Approved, Autorisiert: Der Kartenterminal hat die Zahlung bestätigt. Steht "Abgelehnt", ist nichts bezahlt worden.
Bei Kartenzahlungen bekommst du oft zwei Zettel: den eigentlichen Kassenbon mit den Artikeln und den Terminalbeleg mit Kartendaten. Für die Buchhaltung ist der Kassenbon der wichtige Teil, der Terminalbeleg allein zeigt nur, dass Geld geflossen ist, nicht wofür.
Was bedeuten die Zeilen ganz unten?
Der Fuss enthält technische Angaben für die Kasse und die Steuerbehörden. Für dich sind zwei Dinge relevant: die Bon-Nummer und das Datum. Der Rest ist Pflichtprogramm des Händlers.
- Bon-Nr., Beleg-Nr., Trans.-Nr.: Fortlaufende Nummer des Kassenzettels. Nützlich bei Umtausch und Reklamation.
- Kasse, Terminal, POS: Welche Kasse in der Filiale den Bon gedruckt hat.
- Bed., Bediener, Kass.: Kürzel oder Nummer der Person an der Kasse.
- UID, CHE-Nummer: Die Schweizer Unternehmens-Identifikationsnummer, etwa "CHE-123.456.789 MWST". Sie belegt, dass der Händler mehrwertsteuerpflichtig ist.
- StNr., USt-IdNr.: Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in Deutschland und Österreich.
- TSE, TSE-Signatur, Transaktionsnummer, Seriennummer: Seit 2020 müssen elektronische Kassen in Deutschland eine technische Sicherheitseinrichtung haben. Die Zeilen mit Signatur, Zähler und Zeitstempel dokumentieren, dass der Bon manipulationssicher erfasst wurde. Für dich als Kunde sind sie ohne praktische Bedeutung.
- QR-Code: In Deutschland und Österreich meist die TSE- oder Registrierkassen-Daten in maschinenlesbarer Form, in der Schweiz oft ein Link zur Kundenumfrage oder zum Treueprogramm.
- Cumulus, Superpunkte, Payback: Treuepunkte, die auf den Einkauf gutgeschrieben wurden.
Welche Zeilen brauchst du wirklich?
Für die meisten Zwecke reichen fünf Angaben: Händler, Datum, Total, Mehrwertsteuer und die Artikelzeilen. Alles andere darfst du ignorieren.
- Für die Steuererklärung und die Buchhaltung: Händler, Datum, Betrag, Steuersatz und die Bezeichnung des Artikels, damit klar ist, was gekauft wurde.
- Für Spesen: zusätzlich die Zahlungsart, weil Firmenkarte und Privatkarte unterschiedlich abgerechnet werden.
- Für Garantie und Umtausch: Artikelbezeichnung, Datum und Bon-Nummer. Wie du den Bon dafür sicher aufhebst, zeigt Kassenbon für Garantie und Umtausch.
Weil Thermopapier verblasst, solltest du wichtige Bons bald nach dem Kauf digitalisieren. Eine App wie Belego fotografiert den Bon, speichert ihn als PDF und liest Betrag, Datum, Händler und Kategorie automatisch aus. Was nicht sicher lesbar ist, bleibt leer und wird von Hand ergänzt, so entstehen keine falschen Zahlen aus unscharfen Kürzeln. Wie das Auslesen technisch funktioniert, erklärt Belege automatisch auslesen: So funktioniert OCR bei Quittungen, und warum Eile beim Thermopapier angebracht ist, steht in Kassenbon scannen: Warum Thermopapier verblasst.
Häufige Fragen
Was bedeutet A und B auf dem Kassenbon?
A und B sind Steuerkürzel, die jeden Artikel einem Mehrwertsteuersatz zuordnen. In Deutschland steht A meist für 19 Prozent und B für 7 Prozent, das ist aber nicht vorgeschrieben, und manche Händler drehen es um. Die verbindliche Legende findest du im Steuerblock unten auf dem Bon, wo die Beträge pro Kürzel zusammengerechnet werden.
Warum steht Rundung auf dem Schweizer Kassenbon?
In der Schweiz ist der kleinste Münzwert 5 Rappen. Barbeträge werden deshalb auf 5 Rappen gerundet, und die Kasse zeigt die Differenz als Zeile "Rundung". Bei einem Total von CHF 23.98 zahlst du bar CHF 24.00, die Rundung beträgt 2 Rappen. Bei Karten- oder TWINT-Zahlung wird in der Regel der exakte Betrag belastet.
Ist der Terminalbeleg der Kartenzahlung ein Kassenbon?
Nein. Der Terminalbeleg bestätigt nur, dass ein Betrag von deiner Karte abgebucht wurde, und enthält keine Artikel und keine Mehrwertsteuer-Aufschlüsselung. Für Buchhaltung, Spesen und Garantie brauchst du den eigentlichen Kassenbon mit den Positionen. Bewahre im Zweifel beide auf, aber der Kassenbon ist der massgebende Beleg.
Was ist die TSE-Nummer auf dem Kassenbon?
Die TSE-Nummer gehört zur technischen Sicherheitseinrichtung, die elektronische Kassen in Deutschland seit 2020 haben müssen. Sie sorgt dafür, dass jeder Kassenvorgang lückenlos und manipulationssicher gespeichert wird. Für dich als Kundin oder Kunde hat sie keine praktische Funktion, du musst sie weder prüfen noch irgendwo eintragen.
Kann ich einen Kassenbon ohne Artikelbezeichnung für die Steuer verwenden?
Nur eingeschränkt. Steuerbehörden wollen erkennen, was gekauft wurde, damit sie beurteilen können, ob die Ausgabe abzugsfähig ist. Ein Bon, der nur "Diverse" oder eine Artikelnummer zeigt, reicht dafür oft nicht. Ergänze in diesem Fall sofort eine Notiz mit dem Verwendungszweck oder lass dir an der Kasse eine detaillierte Quittung ausstellen.